Die Symptome einer Depression sind nicht immer leicht zu erkennen. Sie bleibt bei vielen unerkannt, weil weder der Betroffene selbst noch sein Umfeld die Symptome deuten können. Die Anzeichen auf eine depressive Erkrankung nicht zu übersehen, kann oft Schlimmeres verhindern.
Die wichtigsten Symptome einer Depression im Überblick
Eine Depression ist nicht immer leicht zu erkennen, denn zum einen gibt es viele verschiedene Anzeichen und zum anderen können sich die Belastungen bei jedem Menschen anders ausdrücken. Die Symptome einer Depression lassen sich in drei übergeordnete Kategorien einteilen: in einen körperlichen, einen emotionalen und einen kognitiven Bereich.
Besondere Merkmale von Depressionen sind:
Depressive Verstimmungen
Betroffene fühlen sich traurig, freudlos und gefühlstaub. Sie leiden unter dem Gefühl von Sinn- und Hoffnungslosigkeit und können sich leer, ausgebrannt, versteinert und wie tot fühlen.
Ängstliche Grundstimmung
Es kann eine Neigung zu Existenzängsten bestehen – selbst wenn diese objektiv unbegründet scheinen.
Interessenverlust
Dinge, die früher einmal Freude machten, als angenehm empfunden wurden oder eine regenerative Ressource darstellten, werden nur noch wenig bis gar nicht mehr verfolgt.
Eingeschränkte Denkfähigkeit
Es fehlt die Fähigkeit zu einer klaren Fokussierung des Denkens; Konzentration und Aufmerksamkeit sind reduziert. Das Denken ist tendenziell negativ und pessimistisch eingefärbt. Es besteht eine ausgeprägte Grübelneigung über vergangene Ereignisse und auch sorgenvolles Gedankenkreisen im Hinblick auf die Zukunft.

Mangelndes Selbstwertgefühl
Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit sind stark reduziert, häufig verstärkt durch eine Kombination mit Schuldgefühlen.
Beeinträchtigte Psychomotorik
Depressionen gehen gewöhnlich mit ausgesprochener Bewegungsunlust einher. Es herrscht eine ausgeprägte Antriebslosigkeit, die oft mit Schwäche und Erschöpfung verbunden ist. Eine Ermüdbarkeit tritt bereits nach geringen Anstrengungen ein. Manchmal berichten Betroffene aber auch von Getriebenheit und motorischer Unruhe.
Vitalsymptome
„Leibnahe“ Symptome können ebenfalls Begleiter einer depressiven Symptomatik sein. Darunter fallen: Müdigkeit, deutliche Appetitlosigkeit, Druck- und Engegefühle in der Brust, erschwerte Atmung, deutlicher Libidoverlust, verschiedenste Schmerzsymptome und Herzrhythmusstörungen.
Schlafstörungen
Bei Depressionen ist häufig auch der Schlaf in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene klagen über Einschlafstörungen und darüber, dass sie nachts selten durchschlafen. Bekannt ist das frühe morgendliche Erwachen, zwei bis drei Stunden vor der normalen Zeit. Oft wird der Schlaf nicht als erholsam erlebt.
Suizidgedanken
Bei dieser komplexen leidvollen Symptomatik wundert es nicht, dass bei Betroffenen Gedanken auftauchen, dem Leid mit ihrem Tod ein Ende zu setzen. 10 bis 15 % der Erkrankten setzen diese Gedanken in die Tat um.
Typisches Symptom einer Depression ist die Tendenz einer schlechteren Verfassung am Morgen und Vormittag.
Die Wunden, die man nicht sieht,
sind die tiefsten.
Symptome einer Depression frühzeitig erkennen
Das Auftreten einzelner Symptome einer Depression bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich eine Depression vorliegt. Viele dieser Zustände können vorübergehend auch in belastenden Lebensphasen auftreten.
Entscheidend ist meist, wie lange die Beschwerden anhalten, wie stark sie ausgeprägt sind und wie sehr sie das tägliche Leben beeinträchtigen. Wenn mehrere der genannten Anzeichen über Wochen bestehen bleiben, ist es sinnvoll, sich Unterstützung zu suchen.
Depressionen sind kein Zeichen persönlicher Schwäche. Sie sind ernstzunehmende Erkrankungen – und zugleich gut behandelbar. Je früher sie erkannt werden, desto größer sind die Chancen auf eine deutliche Besserung. Sich Hilfe zu suchen ist kein Scheitern, sondern ein wichtiger Schritt in Richtung Heilung und neuer Lebensqualität.
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